Schlagwörter

©UrbanDrella

©UrbanDrella

Wann hört das Loslassen auf?

Auf dem Weg nach Hause, startete ich mein Whatsapp und änderte meinen Status auf „Billy Talent – Rusted from the rain“. Ich war auch total fertig von der Arbeit. Ich liebte diesen Song.

Er war nicht da. Seit gestern schon. Er sprach nicht mit mir, er entschuldigte sich nicht und selbst ein Danke kam nicht. Es waren zwei Monate vergangen, wo es zwischen uns kalt wurde. Es war wie ein leidenschaftlicher Wind, der das Feuer immer erlosch. Auf das Verliebtsein konnte ich mich nicht einlassen, er war ein Kollege.

Er versuchte mir nahe zu kommen, mir etwas zu sagen, aber ich war immer noch nicht so weit. Ich blockte und hatte Angst dafür etwas anderes aufzugeben.

Er nicht.

Am Anfang grüßten wir uns. Wir redeten miteinander in Worten und verliesen unsere Büros im Dunkeln. Er rief mich im Office an und schreibte mir. Erzählte mir von seiner Vergangenheit und ich von meiner. Er gab seine Gedanken freien Lauf und ich lies meine ebenfalls fliegen. Wir sprachen gleich, wir schwiegen gleich und wir lachten gleich. Und wir liebten Punk-Rock. In unserer Kindheit und heute und ich ließ ihn in mein Leben eindringen.

Eindringen.

Ein psychologisch perverses Wort.

Das Wort des Jahres. Als gestern meine liebe kleine Schwesterfreundin Franzi da war und mir ihren Leid mit den Stalker, den sie am Anfang selbst in ihrem Leben eindringen lassen habe, erzählte, da war es mir plötzlich bewusst: Wie viel EINDRINGEN lässt man zu? Wann hört es auf sich zu lösen? Ist es sein Stolz oder mein Stolz? War ich diejenige, die es hinauszögerte, dass die Story kein Ende nahm?

…und jetzt war er weg. Unser dummer Streit blieb unausgesprochen und das Ende ist war ein langer Blick von ihm an seinem letzten Tag als er mich sitzen lies…in dem kalten Büro an einem kalten Novembertag mit dem Song der Ärzte „Wie es geht“.

Ende…

Advertisements